Hab mich in den letzten Wochen mal als Designerin versucht und mir vom Christkind schon mal vorab ein paar Teile der reimfieber-Kollektion vorbeibringen lassen…der nächste Auftritt kann kommen 🙂
Going public – jetzt wird´s groß!
30 Nov 2014 Hinterlasse einen Kommentar
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Es ist Mitte November. Ich erhalte die Anfrage, ob ich Interesse daran habe, einen meiner Texte in einer Fachzeitschrift zu veröffentlichen. HALLOOO? Ja, Wahnsinn 🙂
Das wirft allerdings ein paar Fragen auf, die ich mir bislang nicht gestellt hatte:
Kann so eine Veröffentlichung vergütet werden?
Brauche ich dafür einen Vertrag?
Wie lange will ich meine Texte eigentlich noch auf Anfrage per Mail verschicken?
Wird es nicht langsam Zeit, sie in Eigenregie zu veröffentlichen?
Wenn ja, wo?
Und (wie) kann ich sie urheberrechtlich schützen lassen?
Zum Glück bekomme ich ein paar hilfreiche Tipps, und zwei Wochen sowie einige bürokratische Hürdenläufe und technische Herausforderungen später ist es soweit: Meine Texte werden von der Literar Mechana geschützt, von T.O.M. gemonitored (und bei genügend Aufrufen sogar vergütet) und vor allem… *trommelwirbel*… reimfieber ist online 😀
Bin superstolz auf meine kleine Website und hoffe, sie gefällt euch auch!
PS: reimfieber gibt´s jetzt auch auf Facebook – like & share it!
Vernissage Opening Act
29 Okt 2014 Hinterlasse einen Kommentar
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Ende Oktober habe ich die Ehre, bei einer Vernissage an meiner Hochschule das Eröffnungsprogramm zu liefern.
Bei der Generalprobe am Vorabend frieren wir uns fast alles ab, denn die Veranstaltung findet im Freien statt. Ich glaube, ohne Handschuhe würde das eiskalte Mikro noch jetzt an meiner Handfläche kleben.
Aber die Inszenierung und die Location sind der Hit, wie ihr seht 🙂
Es geht um in Ytong gemeiselte Gesichter und Skulpturen, die von Studierenden des Schwerpunkts Bildnerische Erziehung angefertigt wurden. Das Ganze trägt den Titel
„Faces & Farces“ und soll wirkungsvoll präsentiert werden.
Die Regisseurin hat eine Menge damit zu tun, Musiker, Sprecher, Performer, Licht-, Effekt- und Toninszenierung und meinen Auftritt zu koordinieren…das gelingt ihr letztlich bestens, sodass wir mit der Generalprobe zufrieden sind.
Am nächsten Abend ist es genauso bitterkalt. Ich frage mich, ob außer uns Teilnehmenden irgend jemand freiwillig zu diesem Event erscheinen wird. Bis fünf Minuten vor Beginn sieht es nicht danach aus. Ich stapfe, den Text im Kopf immer und immer wieder runterratternd (denn ich hatte ihn erst vor zwei Tagen geschrieben und musste ihn bei der Generalprobe noch lesen), um einen Baum herum und versuche nicht über Wurzeln zu stolpern, denn es ist ziemlich finster in meinem Versteck hinter der Steintribüne, von wo aus ich erscheinen soll.
Dann beginnen die Musiker zu spielen. Ich spähe durch die Büsche in den Hof und stelle fest, dass tatsächlich 40 oder 50 Leute gekommen sind!
Die Musik verklingt und es wird still – das ist mein Zeichen.
Ich bahne mir vorsichtig den Weg hinauf zur Tribüne (und yeah, weder gestolpert noch ausgerutscht noch irgendwo hängengeblieben!), atme aus und lege los. Als ich den ersten Teil perfekt hinter mich gebracht hab bin ich extrem erleichtert und genieße die Show so sehr, dass ich sogar vergesse wie kalt mir ist. Alles läuft wunderbar, bis…ja, bis es doch passiert: Text-Blackout.
Mir fällt einfach nicht mehr ein, wie es weitgeht! Ich krame nach dem Text in meiner Manteltasche und suche in der Dunkelheit nach einem rettenden Stichwort. Das Ganze dauert höchstens Sekunden, kommt mir aber unerträglich lange vor.
Doch was dann kommt, werde ich wohl nie vergessen: Plötzlich höre ich, wie die Leute rhythmisch zu klatschen beginnen und im Chor „Wir wollen mehr!“ rufen. Ich spüre dass ich grinse, finde mein Stichwort und komme problemlos wieder in den Textflow hinein. Ein unbeschreibliches Gefühl 🙂
Am Schluss verbeuge ich mich, verschwinde zurück ins Dickicht, drücke der Regisseurin mein Mikrofon in die Hand und schlendere gemütlich durch den Garten in Richtung Publikum.
Menschen, die ich nicht kenne, klopfen mir auf die Schulter, schütteln mir die Hand und fragen mich, ob ich ihnen diesen Text per Mail schicken würde. Irgend jemand will wissen, ob ich für diese Veranstaltung gebucht wurde oder ob ich hier studiere. Wie lange ich das schon mache, ob ich schon einmal dort oder da aufgetreten bin usw.
Totale Liebe, Leute. Anders kann ichs nicht beschreiben.
Ein grandioser Abend, der mir klar machte, warum ich slamme…weil´s magisch ist 🙂
Gesichter (faces and farces)
28 Okt 2014 Ein Kommentar
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Es gibt so viel Gesichter
knapp 7,3 Milliarden
kaum eines gleicht dem andren
und doch – sind es bloß Fassaden
manche prunkvoll und verziert
andere wild und unrasiert
bunt bemalt oder natur
halb versteckt hinter der Frisur
manche ziemlich elegant
andere extrem markant
die einen strahlen fast schon grell und
andere vergisst du schnell
Gesichter gibt’s in vielen Farben
makellos oder mit Narben
manche sind echt wunderschön
und andre willst du gar nicht sehn
viele sprechen Bände
ohne nur ein Wort zu sagen
aus andren wirst du niemals schlau
und manche können Angst einjagen
Ich steh und schau in die Gesichter
all der namenlosen Dichter
deren Geschichten ich nur erkenn
wenn ich nicht blind durchs Leben renn
denn mein Gegenüber, dieses DU
gehört jetzt grad zu mir dazu
Meist schauen wir in Gesichter
und spielen vorschnell Richter
Es sind Millisekunden die darüber entscheiden:
Du bist mir egal und
dich kann ich leiden,
du bist sicher ur deppat
und du zu bescheiden,
dich find ich cool und dich?!
Werd ich meiden..
Wir schauen mit den Augen
doch nur das Herz kann wirklich sehen
wir denken mit dem Kopf
doch nur die Seele kann verstehen
dass wir alle Masken tragen
ehe wir uns zu zeigen wagen
Manche sind laut, andre sind leise
viele sind dumm und ein paar ziemlich weise
Es gibt solche, die Gefühle zeigen
und solche, die eher zum Pokerface neigen
Dann gibt´s auch solche, die freundlich scheinen
obwohl sie es gar nicht gut mit dir meinen
und die, die immer skeptisch schauen
weil sie sich fürchten, erneut zu vertrauen
Und manche wirken so frustriert
dass einem das eigene Lächeln gefriert
In vielen Gesichtern stehen Sorgenfalten
schon bei den Jungen, nicht nur bei den Alten
Den einen kann schon mal die Mimik entgleisen
andre sind verbissen, wollen der Welt was beweisen
und die, die überall fröhlich erscheinen
sind die, die gelernt haben, heimlich zu weinen
Und du? Wer bist du?
Ich stehe da und schau
und werd nicht wirklich schlau
ich spür, dass du was verborgen hast
wahrscheinlich aus Angst, dass du mir sonst nicht passt
Doch vielleicht ist mein Gesicht der Spiegel
in dem du dich selbst erkennst
aus ihm spricht dann dein Leben
und du wirst dir nichts vergeben
wenn du ´nen 2. Blick riskierst
und dich dabei kurz selbst verlierst
keine Sorge, du gehst nicht verloren
du wirst daran wachsen und nochmal geboren
Also schau in die Gesichter
all der namenlosen Dichter
deren Geschichten du erkennst
wenn du mal nicht durchs Leben rennst
denn dein Gegenüber, dieses DU
gehört jetzt grad zu dir dazu
Ist sie traurig?
Geht’s ihm gut?
Hat sie Träume?
Fehlt ihm Mut?
Ist er einsam?
Sind sie glücklich?
Die meisten interessiert´s nicht wirklich
Jeder Mensch ein Universum
voller Monde und Planeten
doch wir beurteilen die Fassade
und sehen Genies oder Proleten
Aber lass dich nicht täuschen
dahinter steckt mehr
such´ die Geschichte denn
keine Hülle ist leer
Nimm dir Zeit und bleib mal stehen
lass dir nicht das Menschsein entgehen
Der Punkt, an dem eine Maske fällt
ist der, der im Leben wirklich zählt
weil wir sie nur solange tragen
bis wir uns zu zeigen wagen
Und plötzlich erkennst du in Gesichtern
von bisher namenlosen Dichtern
worum´s in deiner Geschichte geht
und warum sich die Welt ohne dich anders dreht
Wer weiß?
Mein nächstes Gegenüber
das bist vielleicht schon du, denn
wir 7,3 Milliarden
gehören alle zu „faces & farces“dazu..
Was ist „faces & farces?“ Hier die Geschichte dazu..
Lehrer sein
02 Jul 2014 Hinterlasse einen Kommentar
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Wir studieren tagaus, tagein
denn bald schon, da wollen wir Lehrer sein
ich mach mir darüber so meine Gedanken
und die bringen meinen Geist ins Wanken
denn es scheint fast egal, was wir inhaltlich machen
im Schulalltag zählen eh nur 3 Sachen:
– Freiarbeit: super
– Sitzkreis: geht immer
– und: bloß nicht den Boss spielen!
doch es kommt noch viel schlimmer…
Keiner zeigt uns wie es geht
das Unterrichten, und es steht
auch in keinem Buch
ganz egal wo ich such
Methodenvielfalt, gut und schön
ich würd gern Fachdidaktik sehn
nur meistens seh ich: Beschäftigungstherapie
die Arbeitsblattlawine rollt wie nie
solang die Kinder etwas tun
können Lehrer sich ausruhn
und haben nur noch Aufsichtspflicht
da stimmt doch irgendetwas nicht!
Da geht’s nur um Leistung, nicht um das Leben
wir sollten weniger Schneiden und Kleben
sondern Perspektiven geben
die das Niveau tatsächlich heben
Ich will Rebellen und Autodidakten
keine Reproduzenten von Fakten
Kinder, die etwas wissen wollen
und nicht bloß das tun was sie sollen
ich will mutige Kids, die querdenken können
und sich nicht im Stationenbetrieb verrennen
ich wünsch mir mündige junge Leute
und keine weitere Mainstream-Meute
denn davon gibt’s schon jetzt zu viel
drum brauchen wir ein neues Ziel
Ich gebs zu ich steh auf Bildungstheorie
denn Unterricht BRAUCHT eine Philosophie
sonst wird er zum Selbstzweck
dank Kompetenz-Check
Die Bildungsstandards sind definiert
darum wird nicht mehr experimentiert
Echte Bildung ist heut Luxus
doch den sollten wir uns gönnen
wenn wir nicht wollen dass wir als Lehrer
nur wie Marionetten rumrennen
BIFIE und Ministerium
die führen uns an der Nase rum
verkaufen uns kollektiv für dumm
und wir spielen immer noch mit – warum?
Die moderne Didaktik
ist bloß noch Taktik
um den Umstand zu verschleiern
dass wir als Lehrer meist rumeiern
Wir denken nur noch in Lehrplan-Etappen
sind stolz auf dicke Sachunterrichtsmappen
am Ende des Tages wurde viel gemacht
aber hat´s den Kindern was gebracht?
Was sie heut in der Schule lernen
führt dazu, dass sie sich entfernen
von dem was zählt – und das ist
all das, worauf man gern vergisst
vor lauter „teaching to the test“
bekommt die Fantasie Arrest
wir sollten nicht fördern um Pisa zu meistern
sondern die Kids für sich selbst begeistern
für ihre Träume und Visionen
für neue Ideen und nicht für Schablonen
denn wie sollen sie die Welt verändern
wenn sie auf alten Pfaden schlendern?
Ich will Rebellen und Autodidakten
keine Reproduzenten von Fakten
Kinder, die etwas wissen wollen
und nicht bloß das tun was sie sollen
ich will mutige Kids, die querdenken können
und sich nicht im Stationenbetrieb verrennen
ich wünsch mir mündige junge Leute
und keine weitere Mainstream-Meute
denn davon gibt’s schon jetzt zu viel
drum brauchen wir ein neues Ziel
Doch das Dilemma fängt schon an
mit Schema F für den Unterrichtsplan
wie sollen wir unseren eignen Stil finden
wenn wir uns an Formulare binden?
Wir denken uns nicht richtig rein
oder wie sonst kann es denn sein
dass wir auf Wikipedia bauen
anstatt uns wirklich umzuschauen?
Wir nehmen was wir am schnellsten kriegen
Lehrerweb und schule.at muss genügen
doch
wenn wir unser Hirn ausschalten
und tun was andre für richtig halten
wenn wir nicht den Sinn einer Sache sehn
sollten wir nicht in der Klasse stehn
Wenn wir nicht lernen zu reflektieren
was wir da tun und es auch kritisieren
wenn wir in der Praxis dilettieren
dann werden wir niemanden inspirieren
Lehrer sein – das braucht seine Zeit
drum fragt euch: Bin ich schon soweit?
Wenn nein, dann stellt euch neue Fragen
die den Methoden-Wahn verjagen
Denn es geht nicht um die Form
auch nicht um eine Bildungsnorm
diese Dinge sind flüchtig
drum ist es so wichtig
eine Strategie zu finden
wo keine Inhalte verschwinden
Noch studieren wir tagaus, tagein
doch bald schon werden wir Lehrer sein
drum müssen wir uns überlegen:
Was wollen wir einmal bewegen?
ICH wünsch mir mündige junge Leute
und keine weitere Mainstream-Meute
denn davon gibt’s schon jetzt zu viel
drum such ich mir ein höheres Ziel!
Bus-Bim-Slam
22 Jun 2014 Hinterlasse einen Kommentar
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Der BusBimSlam wird vom Verein Grips veranstaltet und findet jedes Jahr im Juni als Teil der Bezirksfestwochen statt. (Wer´s ganz genau wissen will, kann hier nachlesen)
Das Besondere an dieser Veranstaltung: Fast alles ist anders 😀
An verkehrsgünstig und teil auch idyllisch gelegenen Spots treffen sich jeden Tag zu einer vereinbarten Uhrzeit Leute, setzen sich auf den Gehsteig, jemand nimmt das Mikrofon in die Hand, es werden Voting-Karten verteilt und los gehts. Das Zeitlimit wird durch die an- und abfahrenden Öffis definiert, also heißt es spontan und flexibel sein.
Beim BusBimSlam stehst du nicht auf einer Bühne sondern mitten im Leben. Vor und hinter dir laufen Menschen vorbei, manchmal fühlst du dich wie in einem Ameisenhaufen, aber das alles darf dich nicht aus dem Konzept bringen, denn du hast Publikum. Live-Experience at its best, könnte man sagen.
Ich war dort, hab´s erlebt und wusste: Nächste Woche, wenn diese Veranstaltung in meinem Bezirk gastiert, trete ich auch auf 🙂
Gesagt, getan.
Ein lustiges Gefühl, dort zu stehen wo ich normalerweise selbst Öffi fahre – nur diesmal nicht als Passantin sondern als Entertainerin. Es ist ziemlich viel los, aber ich sehe kein bekanntes Gesicht. Setze mich auf die Teilnahmeliste, schnappe mir einen Sitzpolster und mache es mir auf dem Asphalt gemütlich.
Da 9 Personen auftreten, wird diesmal nicht in Zweier-, sondern in Dreierteams um den Einzug in die nächste Runde gekämpft. Die Votingkarten werden ans Publikum verteilt und es geht los. Ich bin die zweite in meinem Team und trage „Ich will“ vor. Meiner Einschätzung nach die beste Performance, die ich jemals geliefert habe!!!
Das Publikum ist allerdings anderer Meinung und ich verpasse den Einzug in die nächste Runde.
Muss zugeben, dass ich ziemlich enttäuscht bin weil ich mich schon so auf meinen brandneuen, zweiten Text gefreut hatte. Schnappe mir einen Trostpreis, setze mich wieder auf meinen Platz und höre mir die restlichen Beiträge an. Anders als ich es bisher gewohnt war, sprechen mich die heutigen Performances gar nicht an.
Als ich aufstehe, um zu gehen, greift eine Zuhörerin nach meinem Arm, lächelt mich aufmunternd an und sagt: „Ich finde, du warst toll – wenn es nach mir gegangen wäre, wärst du weitergekommen!“ Ich bedanke mich für ihr Feedback und gönne mir einen ausgedehnten Sommerspaziergang am Flussufer.

Fazit: Es kann nicht immer rocken.
Aber ein Gutes hatte dieser Tag auf jeden Fall – diesem Auftritt verdanke ich mein bislang absolutes Lieblings-Slamfoto 🙂
Diesmal (oder: Die Konjunktiv-Liebe)
21 Jun 2014 Ein Kommentar
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Es fängt immer ganz harmlos an
da fühl ich mich noch richtig gut
doch dann folgt die Achterbahn
und ich stürz in eine Flut
von Emotionen
die in mir wohnen
und das werd ich jetzt vertonen…
Wer mich nicht kennt, dem sei beschrieben
ich hab ein w i r k l i c h e s Talent
mich in den Falschen zu verlieben
sodass mein Herz fast ständig brennt
Von einem Fehlgriff gleich zum nächsten
die Geschichte meines Lebens
obwohl´s mich in den Wahnsinn treibt
den Lerneffekt such ich vergebens
Ich verhalt mich nicht sehr schlau
flieg wie die Motte Richtung Licht
dabei WEISS ich ganz genau
was mir gut tut und was nicht
Ich will einen der ZU mir steht
und nicht nur irgendwie auf mich steht
keinen der mir den Kopf verdreht
und dann wieder eigene Wege geht
Sondern einen der bleibt
einen, der mir nicht schreibt
dass er mich vermisst
während er eine andere küsst
Der mir nicht sagt: Es tut mir leid
heut geht´s nicht, ich hab keine Zeit..
Oder: „Ich find dich super, aaaber….“
und dann hör ich das Gelaber
von Freiheitsdrang und Unklarheit
von Schuldgefühlen und Selbstmitleid
Nach dem Motto:
„ich wünschte ich könnt, aber es geht einfach nicht“
und obwohl ich das kenn
ist´s wie ein Schlag ins Gesicht
Jedes Mal zerplatzt ein Traum
so wie eine Seifenblase
und die Frage steht im Raum
warum steck ich meine Nase
aber auch ständig in Geschichten
die meinen Selbstwert so vernichten?
Wenn ich dann wieder solo bin
geb ich mich meinen Werten hin
leb meinen Single-Masterplan
doch bald kommt schon der nächste Mann
der mir meinen Kopf verdreht
nicht gleich wenn er vor mir steht
aber es dauert nicht sehr lang
und ich vergess den Masterplan
Denn diesmal ist es anders
DU bist nicht so wie mein Ex
diesmal ist es anders
denn es geht nicht nur um Sex
diesmal regieren nicht die Triebe
du und ich – das schmeckt nach Liebe
Diesmal, dacht ich, steh ich drüber
doch jetzt erwischt es mich schon wieder
Ich glaub ich brauch ne Therapie
denn ich schaff es einfach nie
diesem Reiz zu widerstehen
den komplizierten Weg zu gehen
In der Hoffnung: Dieses Mal
endet die Story nicht fatal..
Wir wollten doch nur Freunde sein
zwei Kumpels die sich gut verstehen
die über alles reden können und
sich nicht an die Wäsche gehen
doch die Rechnung geht nicht auf
jetzt haben wir uns doch verknallt
Gedanken an dich sind wie Musik
die mir in den Ohren hallt
Du schleichst dich nachts in meine Träume
und ich find das gar nicht komisch
denn was wir im Geist aufführen
ist alles andre als platonisch
Jetzt sind wir zerrissen
uns plagt das Gewissen
noch ist nichts passiert
doch wir sind echt verwirrt
Ich hab dich noch nicht berührt
du hast mich noch nicht verführt
wir wissen nicht, was wir da tun
Fakt ist: wir sind nicht immun
gegen die Chemie
und die kribbelnde Magie
Denn diesmal ist es anders
du und ich, wir sind komplex
diesmal ist es anders
denn es geht nicht nur um Sex
diesmal regieren nicht die Triebe
du und ich – das schmeckt nach Liebe
Dieses Ticket in die Hölle
durch die wir uns jetzt jagen
das haben wir uns selbst gekauft
und ich wünscht du würdest sagen
„Ich verlasse Frau und Kind
bin ab sofort für alles blind
außer für dich und deine Augen
die mich in deine Seele saugen
ich vergess den Masterplan
und fang mit dir von vorne an“
Aber…das wird nicht passieren
ich werd erneut mein Herz verlieren
ich weiß, du machst mir Schwierigkeiten
und dennoch lass ich mich verleiten
Ich denk mir nein, ich lass es sein
und kippe trotzdem wieder rein
vergesse, wer ich selber bin
und geb mich Fantasien hin
Denk mir: Diesmal ist es anders
deine Freundin ist bald Ex
diesmal ist es anders
und dann haben wir auch Sex
in mir regen sich die Triebe
denn du und ich – das schmeckt nach Liebe
He da war doch dieser Schwur
ich sagte mir: keine Zensur
und keine Kompromisse mehr
dann kommt der Richtige daher
Tja, ich bild mir dennoch ein
ich hätt ihn schon in dir gefunden
und du erkennst es bloß noch nicht
also verbring ich viele Stunden
damit dich zu vermissen
aus den Stunden werden Tage
dieses Warten ist beschissen
und ich quäl mich mit der Frage
Geht die Rechnung jemals auf?
Nimmt die Welt mal meinen Lauf?
Denn ich merk, auch dieses Mal
endet die Story für mich fatal
es ist diesmal nicht anders
ICH bin wiedermal die Ex
das Einzige was anders ist
wir beide hatten nicht mal Sex
der Geist war stärker als die Triebe
und du und ich…nur Konjunktiv-Liebe
Slam, Satz und Sieg – die erste Trophäe
05 Jun 2014 Hinterlasse einen Kommentar
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Ich habs mir ganz klein vorgestellt.
Ein Mini-Event mit 2-3 Teilnehmern. Höchstens.
Und nach einer halben Stunde ist es vorbei, ohne dass mehr als 10 Leute davon Notiz genommen hätten.
Fehlanzeige!
Mit meinen Texten in der Tasche spaziere ich durch die Mensa, drücke die Tür zum Innnenhof auf und glaube mich trifft der Schlag: Da! sitzt!! SIE!!! Die bekannteste Slammerin des Landes! Auf einer Heurigenbank, lacht und scherzt mit Leuten die ich nicht kenne und kaut genüsslich an einem Weckerl herum. OMG!
Ich marschiere so gefasst wie möglich auf M. zu, den ich ja schon vom Workshop kenne und der gerade einen Soundcheck macht. Dass er mich sofort erkennt und begrüßt, entspannt mich ein wenig. „Komm mit“, sagt er, schiebt mich vor sich her in Richtung der anderen und sagt laut: „Darf ich euch jemanden vorstellen?“
SIE grinst mich an, steht auf, stellt sich mit ihrem offiziellen Vornamen vor und schüttelt mir die Hand. Einer nach dem anderen steht ebenfalls auf und begrüßt mich – damals war mir zum Glück nicht klar, dass ich gerade mit den erfolgreichsten nationalen Slammern zusammenstehe und mich gleich in einem echten Slam-Battle mit ihnen messen würde. Ich setze meinen Namen auf die Teilnahmeliste und mache es mir mit meiner Freundin auf der Bank neben IHR(!!) gemütlich. Die Sonne kämpft sich durch die Wolken und ich bin aufgeregt.
Das Publikum lasst sich an einer Hand abzählen, aber wir starten trotzdem.
M. übernimmt die Moderation, erklärt die Spielregen und sorgt mit Sprechchören und Applaus-Übungssequenzen für Stimmung.
1. Runde: 8 PoetInnen treten im k.o.-System, welches gelost wird, gegeneinander an. Per Publikumsvoting wird entschieden, wer in die nächste Runde aufsteigen darf. Und mein Text „Ich will“ kommt so gut an, dass ich aufsteige. Juhu!
2. Runde: 4 PoetInnen, wieder k.o.-System, wieder Publikumsvoting. Diesmal trage ich „Große Fragen“ vor. Und komme erneut weiter. Kann es nicht glauben – hab ich gerade wirklich die Grande Dame der Szene aus dem Rennen gekickt?!
3. Runde: Jetzt sind wir nur noch zu zweit. Ich habe zwar noch einen Text übrig, den ich extra zum Thema dieser Veranstaltung geschrieben habe, aber den kann ich nicht auswendig. Mit dem Zettel in der Hand zittere ich so stark dass es aussieht als hätte ich einen Parkinsonanfall.
Mein Kontrahent ist großartig. Ich liebe seine Geschichte, seinen Vortragsstil, seine Mimik und Gestik – also ich hätte definitiv für ihn gevotet!
Doch die mittlerweile zahlreichen Zuschauer entscheiden sich…für ein Untentschieden.
Wir bekommen beide einen Extrapunkt vom Publikum verliehen und haben Punktegleichstand!! Und da es sich für mich hier um ein Heimspiel handelt, überlässt mir mein Mitstreiter die Trophäe für den 1. Platz.
Fotoshooting, Glückwünsche, Geschenkeverteilung, Danksagungen, Small-Talk, positives Feedback…ich komme aus dem Grinsen und Staunen fast nicht mehr heraus. WAS IST DENN DA BITTE LOS?
Ich match mich nichtsahnend mit großartigen Leuten, die seit Jahren auf (inter-)nationalen Bühnen stehen und geh mit dem 1. Platz nach Hause?!
Endorphinrausch pur 😀

